Robert Scheer

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Pici
2014 reist der wahldeutsche Autor Robert Scheer nach Israel, um dort seine Großmutter Elisabeth Scheer, genannt Pici, über ihre Kindheit und Jugend zu befragen. Pici feiert in dem Jahr ihren 90. Geburtstag. Ihrem Enkel gibt Pici Auskunft, wie sich in den 1940er Jahren durch den Nationalsozialismus die Lage für die jüdische Bevölkerung in Ungarn verschlechterte. Sie berichtet über ihre furchtbaren Erlebnisse in den Ghettos Carei und Satu Mare, im KZ Auschwitz, im berüchtigten Außenlager Walldorf, im KZ Ravensbrück und im mecklenburgischen Rechlin, bis sie 1945 im mecklenburgischen Malchow befreit wurde. Picis Eltern, ihre Schwestern, ihr Bruder, ihr Schwager und ihre kleine Nichte wurden im Holocaust ermordet.

» ... jetzt, zurückdenkend, gab es in meinem Leben reichlich erschütternde Momente, aber irgendwie fand ich immer einen kleinen Schutz, einen Strohhalm, womit ich aus der Grube heraussteigen konnte, um weiter zu schreiten und um zu hoffen.« Pici, 2014

»Ich würde auch gerne wissen, was für mich Heimat bedeutet: Die Sprache kann sie nicht sein, denn ich spreche einige Sprachen, aber ›Heimat‹ ist für mich keine Sprache. Ungarisch steht mir sehr nah, denn sie ist meine Muttersprache. Diese habe ich aber nie gelernt. In der Schule sprach man Rumänisch. Hebräisch und Englisch stehen mir auch fast näher als Deutsch. Denn Deutsch habe ich nur spät, mit Ende zwanzig angefangen zu lernen. Das Leben schreibt solche witzigen Sachen.« Robert Scheer im Interview mit Sandra Abbate, novelero

»Durch das Buch ›Pici‹ verschwindet sie allerdings nicht, sondern bleibt als Puzzleteil in der Geschichte sichtbar.« Sarah Bioly, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien

Nominiert
Die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen – Hotlist 2016
 
Sussita
Sussita ist kein Cocktail, auch keine glutäugige Schönheit, Sussita ist der Trabi des Nahen Ostens. Welch ungeahnte Wirkung dieses Nationalauto auf Menschen und Kamele hat, wie Lothar Matthäus und Rabbi Avramoff am defensiven Mittelfeld scheitern und der erste Kibbuz privatisiert wird, davon erzählt Robert Scheer mit einem ganz eigenen Humor in seinem Debüt. In zwölf miteinander verbundenen Geschichten zeigt er Bilder eines zutiefst zerrissenen Gelobten Landes, Israel mit all seinen Widersprüchlichkeiten und Verwerfungen. Brillante Komik, eine dezidiert politische Weltsicht, kakanische Umständlichkeit und orientalische Üppigkeit – das alles ergibt eine umwerfende Melange!
 

Vita
Robert Scheer, geb. am 23. März 1973 in Carei, Rumänien. 1985 Emigration der Familie nach Israel. Abitur. Arbeit als Rockmusiker, Dolmetscher, Musikproduzent. Bis 2004 Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Deutsch an der Universität Haifa, Israel mit Masterabschluss. Weiteres Studium an der Universität Tübingen. Seit 2008 Schriftsteller.


Infos
Lesung: 45–60 Min.
Zielgruppe: junge Erwachsene + Erwachsene
Honorar: n. V. + Mwst.; Staffelsätze möglich
BahnCard/Auto: weder noch; Fahrtkosten und Übernachtung extra
Wohnort: Tübingen
www.robertscheer.de
Foto: © Peter-Andreas Hassiepen
Sachbuch


Biblios
Pici. Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück
Marta Press 2016, 228 Seiten, 33 Abb., ISBN 978-3-944442-40-2,
€ 19,90
Sussita
Hanser Berlin 2012, 160 S., ISBN 978-3-446-24029-2, € 16,90


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